Betonprüfhammer: Beton oder Beton Pro – welcher passt zu Ihrer Aufgabe?

In diesem Artikel
Ein Betonprüfhammer prüft die Druckfestigkeit von Beton, ohne die Konstruktion zu beschädigen. CONDTROL bietet zwei Geräte mit sehr unterschiedlichem Ansatz — der mechanische Beton und der digitale Beton Pro. Welches für welche Aufgabe reicht, hängt von Dokumentationspflicht, Material und Budget ab.
Wie funktioniert ein Betonprüfhammer?
Beide Geräte prüfen zerstörungsfrei, arbeiten aber nach unterschiedlichen Prinzipien. Der mechanische Beton ist ein Rückprallhammer: Ein federbelasteter Schlagbolzen trifft mit definierter Energie auf die Betonoberfläche, und je härter der Beton, desto weiter prallt der Bolzen zurück. Diese Rückprallhärte wird über Kalibrierkurven in eine Festigkeitsangabe umgerechnet. Der Beton Pro arbeitet nach der Schlagimpulsmethode: Beim Schlag erfasst ein Sensor den Impuls elektronisch, und das Gerät berechnet daraus die Festigkeit.
Wichtig: Ein Betonprüfhammer ersetzt keine Bohrkernprüfung im Labor. Er liefert eine schnelle, zerstörungsfreie Abschätzung direkt vor Ort — für die Bautagesentscheidung reicht das, für einen rechtssicheren Abnahmenachweis bei Streitfällen braucht es zusätzlich eine Laborprüfung.
Wann braucht man einen Betonprüfhammer?
- Vor dem Verlegen von Bodenbelägen — ist der Estrich wirklich durchgehärtet, oder wurde nur die Oberfläche trocken?
- Bei der Abnahme von Fertigteilen oder angelieferten Betonelementen — stimmt die zugesagte Festigkeitsklasse?
- Bei älteren Bestandsbauten vor Sanierung — wie hoch ist die Restfestigkeit nach Jahren der Witterung?
- Bei Qualitätskontrolle auf mehreren Baustellen — stichprobenartige Prüfung ohne Bohrkerne zu ziehen
CONDTROL Beton — der mechanische Klassiker
Der Beton ist ein rein mechanischer Rückprallhammer (Sklerometer) nach DIN EN 12504-2, ganz ohne Elektronik. Gehärtete Arbeitsflächen von Indentor und Schlagbolzen (59–63 HRC) sorgen für hohe Verschleißfestigkeit auch bei häufigem Einsatz. Eingebaute Kalibriertabellen direkt auf dem Gehäuse erlauben die Umrechnung je nach Schlagrichtung — das Gerät funktioniert horizontal genauso wie schräg nach oben oder unten, was auf Baustellen häufig vorkommt (Decken, Schrägen, Fundamentwände).
Der praktische Vorteil: Ohne Batterien und Elektronik gibt es nichts, was bei Kälte, Staub oder Feuchtigkeit ausfallen kann. Sie lesen den Wert direkt an der Skala ab — keine Wartezeit, kein Aufladen, sofort einsatzbereit auch nach Monaten im Werkzeugkoffer.
Für wen: schnelle Vor-Ort-Kontrolle von Estrichen, Betonböden und Fertigteilen, ohne Dokumentationspflicht — robust und sofort einsatzbereit.
CONDTROL Beton Pro — digital nach Impulsmethode
Der Beton Pro misst nach der Schlagimpulsmethode. Er unterscheidet zwischen Leichtbeton, Schwerbeton und Ziegel und passt die Berechnung entsprechend an — ein mechanisches Gerät mit einer festen Kalibrierkurve kann das nicht. Werte zeigt er wahlweise in MPa, kg/cm², N/mm² oder PSI, je nachdem, welche Einheit Ihr Bauleiter oder Auftraggeber erwartet. Für die Bewertung der Druckfestigkeit im Bauwerk nach DIN EN 13791 werden die Messwerte an Bohrkernen kalibriert.
Der entscheidende Unterschied für die Praxis: Der Beton Pro speichert bis zu 500 Einzelmessungen als Mittelwerte inklusive der jeweiligen Schlagrichtung. Bei einer Prüfnorm braucht man typischerweise mehrere Messpunkte pro Prüffläche, um einen belastbaren Mittelwert zu bekommen — das manuelle Notieren jedes Einzelwerts entfällt komplett. Das OLED-Display bleibt auch bei schlechtem Licht auf der Baustelle gut lesbar, die Bedienoberfläche gibt es auf Deutsch, Englisch und Russisch.
Für wen: Prüfungen mit Dokumentationspflicht, wechselndes Baumaterial, mehrere Baustellen mit unterschiedlichen Prüfteams.
Beton vs. Beton Pro im Vergleich
| Beton | Beton Pro | |
|---|---|---|
| Preis | 439,90 € | 1.489,90 € |
| Messprinzip | Mechanischer Rückprall | Digitale Schlagimpulsmethode |
| Norm | DIN EN 12504-2 | Auswertung nach DIN EN 13791 (Kalibrierung an Bohrkernen) |
| Material | Beton, Mörtel, Ziegel (mit Kalibrierkurve) | Leichtbeton, Schwerbeton, Ziegel |
| Einheiten | Fest (Skala am Gehäuse) | MPa, kg/cm², N/mm², PSI umschaltbar |
| Speicherung | Keine, direktes Ablesen | Bis zu 500 Mittelwertmessungen |
| Display | Skala auf dem Gehäuse | OLED, mehrsprachig |
| Stromversorgung | Keine (rein mechanisch) | 2× AA-Batterien |
Wann reicht der mechanische Beton?
Wenn Sie punktuell die Festigkeit prüfen wollen und keine digitale Dokumentation brauchen — etwa vor dem Verlegen von Bodenbelägen oder um die Aushärtung eines Estrichs grob einzuschätzen — ist der Beton ausreichend und deutlich günstiger. Auch für Handwerker, die das Gerät nur wenige Male im Jahr brauchen, lohnt sich die hohe Investition in den Beton Pro selten.
Häufige Fehler bei der Prüfung
- Zu nah am Rand gemessen: Messpunkte sollten mindestens 3–4 cm vom Bauteilrand entfernt sein — sonst verfälscht die fehlende seitliche Abstützung den Rückprallwert.
- Zu wenige Einzelmessungen: Ein einzelner Schlag ist keine verlässliche Aussage — üblich sind mehrere Messpunkte pro Prüffläche für einen belastbaren Mittelwert.
- Feuchte oder frisch bearbeitete Oberfläche: Nasse oder frisch geglättete Betonoberflächen liefern verfälschte, meist zu niedrige Werte.
- Schlagrichtung ignoriert: Ein horizontaler Schlag nach unten liefert andere Rohwerte als ein Schlag nach oben — ohne Korrektur der Schlagrichtung stimmt das Ergebnis nicht.
Fazit
Für gelegentliche Kontrollen und Handwerker ohne Dokumentationspflicht: Beton — mechanisch, günstig, robust. Für Prüfingenieure, wechselnde Materialien und Projekte mit Nachweispflicht: Beton Pro — digital, mit Materialwahl und Datenspeicher.
FAQ
Ist der Beton Pro für Fertigteile geeignet?
Ja, er deckt Leichtbeton, Schwerbeton und Ziegel ab und ist entsprechend flexibler als der mechanische Beton mit fester Kalibrierkurve.
Braucht der mechanische Beton eine Kalibrierung vor jeder Nutzung?
Nein, die Kalibriertabellen sind fest im Gehäuse integriert. Eine grundsätzliche Prüfung auf einem Kalibrieramboss empfiehlt sich dennoch in regelmäßigen Abständen.
Kann man mit beiden Geräten schräge oder überkopf liegende Flächen prüfen?
Ja, beide berücksichtigen die Schlagrichtung bei der Auswertung — horizontal, geneigt oder über Kopf.
Ersetzt ein Betonprüfhammer eine Bohrkernprüfung?
Nein. Er liefert eine schnelle, zerstörungsfreie Vor-Ort-Abschätzung. Für rechtssichere Nachweise bei Streitfällen bleibt die Laborprüfung am Bohrkern der Standard.
Wie viele Messpunkte braucht man für ein verlässliches Ergebnis?
Üblich sind mehrere Einzelmessungen pro Prüffläche, aus denen ein Mittelwert gebildet wird — ein einzelner Schlag reicht nicht aus.




